24.02.2009
In letzter Zeit werden wir häufiger gefragt, ob wir mit unserer Adwords-Agentur die Betreuung und Optimierung von Adwords-Konten auch gegen einen prozentualen Aufschlag auf die Google-Werbekosten durchführen könnten. Ja klar ... wir könnten das natürlich, aber wir machen das nicht, weil wir diese Werbekostenbeteiligungen für unfair (bis hin zu unseriös) halten:
Angenommen, Sie geben im Monat 1.000,- € mit Ihrem Google-Konto aus und wir erhalten davon für unsere Optimierung und Dienstleistungen rund um Ihr Adwords Konto 10 % Vergütung. Das wären monatlich 100,- €. Diese 100,- € entsprechen etwa unserem Fixpreis von 99,- €, ab der wir Google-Adwirds-Konten optimieren und betreuen. Mal weiter angenommen, Sie hätten nur 300,- oder 500,- € monatliche Ausgaben bei Google, dann würden wir etwa 50,- € erhalten. Eine qualifizierte Dienstleistung können wir für 50,- € im Monat nicht erbringen, da selbst die Überarbeitung und Neupositionierung eines kleineren Adwords-Kontos schon schnell eine oder zwei Stunden dauern kann. In einer Stunde gelingt eine zielgerichtete Überarbeitung auch nur dann, wenn man mehr jähriges Know-how hat und gleichzeitig entsprechende Optimierungstools verwendet und sich auf eine Kampagne und ein oder zwei Anzeigengruppen beschränkt. Dann muss in den Tagen nach der Kontoüberarbeitung das Konto mehrfach überprüft und nachgesteuert werden, was jedes Mal mindestens weitere 10 Minuten benötigt. So sind wir selbst im besten Fall bei einem kleinen Adwordskonto schon mindestens zwei Stunden monatlich beschäftigt. Stundenlohn bei 50,- € "Umsatzprovision" somit 25,- €. Dafür arbeiten bestenfalls notdürftig angelernte Aushilfskräfte (auf Minijob-Basis). Spezialisierte Mitarbeiter, die mehrjährige Erfahrung in der Kontenbetreuung und Adwords-Optimierung haben, arbeiten für diesen Stundensatz nicht. Zumindestens nicht bei uns ... in Indien oder China vielleicht 🙂
Eine Adwords-Optimierung muss der Agentur Spaß machen. Oder möchten Sie etwa, dass sich irgendwelche Hilfskräfte oder die zweite Garnitur mit Ihrem Adwords Konto beschäftigen? Sicherlich nicht, also lassen Sie die Agentur leben.
Aber der Abrechnungsmodus für die Adwordsoptimierung soll ja nicht nur für die Agentur fair sein, sondern erst recht für Sie als Kunden. Jetzt kommen wir zu dem eigentlichen Problem bei prozentualen Aufschlägen auf Ihre Adwords-Werbekosten: Bleiben wir mal für Optimierung und Betreuung bei den 10 % als zusätzliche Umsatzprovision auf Ihre Adwords-Kosten. Viele Google-Accounts haben monatliche Kosten von mehreren 10.000,- €. Schon bei einem Monatsumsatz von 10.000 € würden wir als Agentur durch diese Umsatzprovision 1.000 € für unsere Dienstleistungen erhalten. Viel Umsatz, viel Betreuungsaufwand ... könnte man meinen.
Nun ist es aber nicht immer so, dass Adwords-Konten mit hohen monatlichen Kosten auch viel Aufwand bei der Betreuung verursachen. Klar: Ein sehr umfangreicher Onlineshop mit vielen Kampagnen in verschiedenen Ländern und sehr vielen Produktgruppen (und jeder Artikel wird auch noch einzeln beworben und verlinkt), bedeutet in der Regel viele Stunden Betreuungsaufwand im Monat. In solchen Fällen sind 1.000,- € Honorar für eine Adwords-Agentur durchaus angebracht, wenn sich Mitarbeiter mit der nötigen Hingabe und Aufmerksamkeit um Ihr Adwords-Konto kümmern sollen.
Aber in vielen Fällen werden lediglich mit sehr hohen Tagesbudget teure Suchbegriffe aus Bereichen mit vielen Mitbewerbern (und entsprechend hohen Klickpreisen) beworben. So erreicht man schon mit recht wenigen Suchbegriffen Ausgaben bei Google-Adwords in Höhe von 20.000,- oder 30.000,- €, wenn man unter den ersten drei Positionen mitspielen möchte. Der Aufwand für die Betreuung solcher Konten liegt monatlich etwa bei vier bis fünf Stunden. Selbst wenn man täglich Suchbegriffe anhand des CPOs (Cost-per-Order, Kosten pro Conversion) neu positioniert, wird man als Agentur nicht mehr als vielleicht 8 Stunden pro Monat Ihren Account betreuen müssen. Sofern man seinen Job versteht! Macht bei 3.000,- € monatlicher Werbekostenbeteiligung dann einen Stundenlohn von weit über 300,- €. Klasse ... immer her damit, das Anfrageformular ist übrigens rechts oben ... das ist wahrlich fette Beute. 🙂
Aber mal abgesehen von dem in diesen Fällen extrem hohen Stundenlöhnen, die Sie einen Mitarbeiter Ihrer Agentur bezahlen würden, gibt es bei der Abrechnung anhand einer Ausgabenbeteiligung noch ein viel größeres Problem für Sie. Eine gute Adwordsoptimierung bedeutet nämlich nicht zwangsläufig, dass Kosten eingespart werden sollen. Wenn Sie viele Verkäufe oder viele Anfragen für einen guten durchschnittlichen Preis (CPO) erhalten, würde jeder Adwords-Kunde sicherlich gerne Tausende oder gar 10.000,- € monatlich Google "in den Rachen schmeißen". Das gewünschte Ergebnis, eine Umsatzsteigerung und entsprechendes Firmenwachstum, heiligt dann die eingesetzten Werbemittel.
Das Problem ist vielmehr, dass eine Agentur die Ihr Konto anhand einer Beteiligung an Ihren monatlichen Google-Ausgaben betreut, kaufmännisch orientiert denken wird und soviel wie möglich Umsatz beziehungsweise Gewinn erwirtschaften möchte. Und wie kann man ganz schnell zusätzlichem Umsatz erwirtschaften, wenn man an Ihren Werbekosten beteiligt ist? Einfach Ihre Google-Kosten künstlich hochpushen!
So kann man relativ leicht Ihre monatlichen Kosten entsprechend "nach oben anzupassen", obwohl die Kosten pro Conversion immer noch (rein optisch) in einem für Sie recht erträglichen Rahmen laufen. Trotzdem haben Sie monatlich vielleicht 2.000,- oder 3.000- € zum Fenster herausgeschmissen, indem einfach noch die falschen Suchbegriffe in Ihrem Adwords-Konto verhanden sind, die Ihr Angebot nicht genau genug beschreiben. Ist es wirklich in Ihrem Sinne, monatlich nicht nur an Google zu viel Geld zu bezahlen, sondern auch noch 10 % dieser unnötigen Ausgaben Ihrer Agentur als "Leistungsprovision" bezahlen zu müssen? Vermutlich nicht.
Aus diesen beiden Gründen halten wir von einer prozentualen Vergütung auf Basis Ihrer Werbekosten bei Google-Adwords überhaupt nichts. Ein sinnvolles faires Mittelmaß wird sich kaum finden lassen. Entweder verdient die Agentur zu wenig und kümmert sich nicht ordentlich um Ihr Konto oder, wenn Sie monatlich hohe Umsätze bei Google-Adwords haben, wird man sich bestimmt mit großer Begeisterung Ihrem Google Konto widmen, denn pro 1.000,- € zusätzliche monatliche Werbekosten fließen leicht verdiente 100,- € in die Agenturkasse.
Unserer Meinung nach gibt es zwei gute und bewährte Abrechnungsmodelle, die sowohl für den Kunden als auch für die Agentur fair und transparent sind:
1. Monatliche Fixpreise für das Einstellen, Optimierung und Betreuung Ihrer Adwords-Kampagnen und Anzeigengruppen. Aufgrund der langjährigen Erfahrung aus tausenden von Kampagne sehen wir sehr schnell, wie hoch unser Aufwand sein wird und können ein für beide Seiten faires Angebot machen. Dabei kann der erstmaligen Aufwand auf Wunsch und bei Bedarf höher liegen (und teurer abgerechnet werden) während sich die monatliche Betreuung dadurch entsprechend ermäßigt, z. B. bei der umfangreichen Einrichtung oder Reorganisation eines großes Online-Shop-Accounts mit tausenden Artikeln, die z. B. schnell mal 15 Arbeitsstunden dauern kann, aber später monatlich bestenfalls drei Stunden kontrolliert und nachgesteuert werden muss.
2a. Alternativ besteht häufig die Möglichkeit einer leistungsabhängigen Abrechnung auf Basis von messbaren Conversions (also der Zielerreichung / Umwandlungsrate auf Ihrer Website), zum Beispiel ein Festbetrag für jede Newsletter-Anmeldung oder Anfrage oder auch für jede Kundenbestellung in Ihrem Shop-System ... natürlich nur, wenn ein vorher festgelegter Ziel-CPO (als der maximale Preis einer Conversion) nicht überschritten wird.
2b. Denkbar ist auch noch eine spannende Variante der leistungsabhängigen Abrechnung, wenn Sie schon längere Zeit das Google-Conversion-Tracking und ein brauchbares Web-Controlling aktiviert haben und wir bei einer Konto-Analyse sehr schnell sehen, dass bei den Kosten pro Conversion in Ihrem Adwords-Konto noch deutliches Potenzial nach unten besteht ... und Sie uns das nicht glauben 🙂 In diesem Fall könnten wir eine prozentuale Vergütung auf die für Sie eingesparten Conversion-Kosten erhalten.
Ein Beispiel: Ihr bisheriger CPO liegt nie unter 20,- € und damit sind Sie schon recht zufrieden. Wir sind allerdings der Ansicht, dass Sie (bei gleichbleibender Anzahl an Conversions!) pro Conversion nach guter Optimierung Ihres Adwords-Kontos vielleicht nur 12,- € bezahlen müssten (was für Sie ein sehr erfreuliches Ziel wäre) ... dann teilen wir uns Ihre Einsparung und erhalten von den eingesparten acht Euro 50 % Provision, also vier Euro. Aber solche Abrechnungsvarianten gehen schnell in Richtung Business-Development ... aber können sehr spannend für beide Partner sein.
22.01.2009
Der Bundesgerichtshof hat am 22.1.2009 wieder drei Urteile zur Verwendung von Marken in Google-Adwords veröffentlicht.
Eine Markenverletzung wurde dabei verneint. Achtung: In den entschiedenen Fällen enthielt die Anzeige weder die als Suchwort verwendete fremde Marke (Zeichen), noch sonst einen Hinweis auf den Markeninhaber oder auf die von ihm angebotenen Produkte!
Die Pressemitteilung des BGH hier ...
16.01.2009
Die Adwords-Seminare, die wir 2008 zusammen mit Google und dem HDE durchgeführt haben, waren ein großer Erfolg. In über 100 Veranstaltungen wurden bundesweit viele Teilnehmer an Google-Adwords herangeführt und lernten, ihr eigenes Google-Adwords-Konto effizienter aufzustellen und einzusetzen.
Auch 2009 werden wir wieder - in Zusammenarbeit mit Google Deutschland - unsere Adwords-Seminare anbieten. Um noch gezielter auf die unterschiedlichen Kenntnisstände der Teilnehmer eingehen zu können, wird ab 2009 das Seminarangebot aufgeteilt:
An Interessenten, die bisher noch kein eigenes Google-Adwordskonto haben oder an die Adwords-Nutzer, die erst seit kurzer Zeit mit Google-Adwords arbeiten, richtet sich das Google-Adwords-Einsteiger-Seminar. In diesem Tagesseminar (dauert etwa 5 h) wird Teilnehmern der richtige und effiziente Aufbau eines Adwordskontos vermittelt. Beginnend bei der Auswahl der richtigen Suchbegriffe (sogn. Keyword-Analyse), über die beste Kampagnenausrichtung und Aufteilung der einzelnen Anzeigengruppen (Motto: Pro Thema nur einer Anzeigengruppe) bis hin zum Einsatz des Conversion-Trackings und Webcontrolling mit Google-Analytics werden alle für den erfolgreichen Einsatz von Google-Adwords nötigen Kenntnisse vermittelt.
Das Google-Adwords-Seminar für Fortgeschrittene richtet das Hauptaugenmerk auf die weitere Optimierung bereits bestehender Kampagnen. Besonders geeignet ist es für Adwords-Anwender, die bereits seit einiger Zeit ihr eigenes Konto verwalten und die Ausrichtung ihrer Suchbegriffe, Anzeigengruppen und Kampagnen optimieren wollen. In dieser Schulung liegt der Schwerpunkt auf Optimierung des Google Qualitätsfaktor, Verbesserung der Conversion-Raten und genauer Analyse des Besucherverhaltens mit Google-Analytics. Auch viele Tipps und Tricks zum effizienten Einsatz des Google-Contentnetzwerkes werden vermittelt.
Die Adwords-Seminare finden bundesweit statt. Michael Gandke wird im Bereich Köln, Düsseldorf, Ruhrgebiet (Dortmund, Essen), Münster, Oldenburg und Osnabrück die Adwords-Seminare als Seminarleiter durchführen. Aufgrund der Erfahrungen aus der Betreuung von hunderten Kunden und tausenden von Google-Adwords-Kampagnen in den letzten Jahren ist sichergestellt, dass aktuelles und besonders praxisnahes Wissen rund um Google-Adwords, Usability und Webcontrolling praxisnah an die Seminarteilnehmer weitergegeben wird.
09.01.2009
Verschiedene Studien gehen davon aus, dass Suchmaschinenoptimierung speziell im Jahr 2009 ein großes Thema sein wird. Brancheninsider überrascht das allerdings nicht, denn die sogenannte "Geheimwissenschaft" ist sicherlich eine der preiswertesten Möglichkeiten, deutlich mehr Besucher über Suchmaschinen zu erhalten. Das andere große Thema im Online-Marketing ist die Suchwortvermarktung (Keyword-Advertising), zum Beispiel mit Google-Adwords, Yahoo-Search-Marketing, Miva oder anderen (deutlich unbedeutenderen) Anbietern.
Wie international-world Business berichtet, spielen mehr als zwei Drittel (68 %) der befragten Unternehmen mit dem Gedanken, ab 2009 Suchmaschinenoptimierung professionell zur Besuchersteigerung der eigenen Website einzusetzen. Da scheint sich interessanterweise nach einigen Jahren wieder eine Kehrtwende anzubahnen. Viele Unternehmen haben so zum Beispiel um das Jahr 2003 herum resigniert festgestellt, dass es kaum möglich ist, bei allgemeinen Suchbegriffen in Suchmaschinen wie Google oder Yahoo einen Platz auf der ersten Seite zu erzielen. Damals (etwa 2004 und 2005) begann der Siegeszug der Suchwortvermarktung, weil zur damaligen Zeit viele Bereiche (Suchbegriffe, Branchen) noch nicht so hart preislich umkämpft waren wie heute. Damals war es relativ einfach, mit vielen, sehr allgemeinen Suchbegriffen ordentlich Traffic auf seine Website zu bekommen, den man mit niedrigen Klickpreisen von wenigen Cents bei Google-Adwords einkaufen konnte. Für wenige Cents bekommt man mittlerweile (Stand Anfang 2009) bei Google so gut wie gar keine Suchbegriffe mehr, erst recht nicht solche, "die verkaufen". Diese Conversion-starken Suchbegriffe sind leider mittlerweile sämtlichen Mitbewerbern ebenfalls bekannt und alle bieten munter ebenfalls auf eine Position innerhalb der ersten Googleseite. Dummerweise hat die erste Seite bei Google-Adwords nur maximal 11 Anzeigen ... aber es gibt ja so viele Mitbewerber.
Schon im letzten Jahr (2008) ist uns bei vielen Anfragen aufgefallen, dass Interessenten nicht nur an einer reinen Adwords-Betreuung interessiert waren, sondern ganz gezielt auch eine Verbesserung ihrer Suchmaschinenpositionen auf der linken Seite (generischer Index) erzielen wollten. Häufig war leider die technische Umsetzung der Website bereits so katastrophal, dass man nur mit erheblichem Aufwand die Seiten überhaupt für den Googlebot hätte lesbar machen können. Von ebenfalls nicht ganz unwichtigen Rankingkriterien wie Backlinks (Linkaufbau) und gutem eindeutig-thematischen Content mal ganz zu schweigen.
Die Kombination von Suchmaschinenoptimierung der Website und Suchwortvermarktung mit Google-Adwords ist immer dann ganz besonders interessant, wenn man noch nicht genau weiß, nach welchen Suchbegriffen potenzielle Kunden das Angebot überhaupt suchen. Es macht schließlich recht wenig Sinn, monatelang - teilweise jahrelang - auf Suchbegriffe zu optimieren und dann vielleicht eine Position auf der ersten Seite bei Google zu erreichen, wenn Suchmaschinenbenutzer bei solchen Suchbegriffen mehr an Informationen als an Käufen interessiert sind. Zwar kann man anhand einer Keyword-Analyse herausfinden, nach welchen Suchbegriffen tatsächlich gesucht wird und anhand von den zusätzlich eingegebenen Suchwörtern (zum Beispiel „kaufen“, „bestellen“, „buchen“ usw.) kann man prinzipiell Informationensucher und kaufwillige Nutzer selektieren ... aber die Stunde der Wahrheit kommt immer erst dann, wenn man mit seinem Web-Controlling überprüft, welche Suchbegriffe denn nun tatsächlich "funktioniert" haben.
Häufig erlebt man dann - nach monatelanger aufwändiger Suchmaschinenoptimierung - die große Überraschung: Dass sehr allgemeinen Suchbegriffe - mit denen man sich unbedingt bei Google auf Platz eins sehen wollte - zwar ordentlich Traffic auf die Website bringen, aber die Nutzer dummerweise nicht gekauft haben ... viel Aufwand war vergebens.
Wir bevorzugen es, lieber mit verkaufsstarken Suchbegriffen gute Positionen vor Mitbewerbern zu erreichen, als mit großem Aufwand falsche Keywords zu optimieren.
Dazu analysieren Sie mit einer Keyword-Analyse ersteinmal, welche Suchbegriffe überhaupt Ihr Angebot gut beschreiben und auch in Suchmaschinen gesucht werden. Als nächsten Schritt sollten bezahlte Kleinanzeigen bei Google-Adwords geschaltet werden. So wird Ihre Website bei Google schnell sichtbar und wenn das Conversion-Tracking aktiviert ist, erkennt man schon nach kurzer Zeit, welche Suchbegriffe "verkaufen". Mit diesen Suchbegriffen können jetzt die einzelnen Seiten optimiert werden.
Google-Adwords (inkl. Conversion-Tracking) und Suchmaschinenoptimierung sind so keine "Gegner", sondern unterstützen sich gegenseitig.
08.01.2009
In den letzten Tagen erreichen uns vermehrt Anrufe von Noch-Kunden anderer Adwords-Agenturen, die sich darüber aufregen, dass die in den letzten Jahren kostenlose Betreuung ihrer Adwords-Konten plötzlich ab Januar 2009 Geld kosten soll. Auf einmal sollen im Monat zwischen 500 oder gar 2.000 € bezahlt werden, für etwas was in den letzten Jahren nicht berechnet wurde.
Die Betreuung eines gut laufenden Adwords-Kontos ist sehr aufwändig und erfordert eine Menge Know-how, wenn gute Ergebnisse (wie zum Beispiel viele Verkäufe oder Anfragen) erzielt werden sollen. Nebenbei ist das nicht zu machen. Die Frage ist natürlich, wie konnte diese durchaus aufwändige Betreuung der Adwords-Kundenkonten die letzten Jahre überhaupt umsonst angeboten werden?
Das ist schnell erklärt: Google hat an ausgewählte Agenturen Provisionen (Rückvergütungen, Kickback) in Höhe von 3-7 % der erzielten Kundenumsätze wieder ausgeschüttet. Wenn über das Adwords-Konto des Kunden zum Beispiel im Monat 50.000 € Adwords Umsatz gelaufen sind, erhielt die Agentur darauf zum Beispiel 2.500 € monatliche Rückvergütungen von Google. Für 2.500 € kann sich selbst ein sehr qualifizierter (und damit teurer) Mitarbeiter schon die eine oder andere Stunde im Monat mit einem Adwords Konto beschäftigen.
Irgendwie naheliegend ist sicherlich, dass diese Provisionen umso höher ausfielen, je mehr Umsätze mit den Kundenkonten erzielt wurden. Ein Schelm wer Böses dabei denkt! Ist es doch für einen guten Kenner von Google Adwords ein leichtes, die durchschnittlichen Klickpreise entsprechend nach oben anzupassen, indem der Adwords-Qualitätsfaktor entsprechend "künstlich" nach unten korrigiert wird. Dazu müssen nur einige stark nachgefragte Suchbegriffe mit schlechter Klickrate (CTR) im Adwords-Konto selbst verwendet werden, die über die Anzeigen und den Qualitätsfaktor der Anzeigengruppe auch sämtliche anderen - durchaus gut funktionierenden - Suchbegriffe entsprechend mit nach unten ziehen. Wie es andersherum richtig wäre und wie man bei Google-Adwords unbrauchbare Suchbegriffe erkennt und erfernt, zeige ich hier ...
Dadurch wird im Monat schnell mal der eine oder andere Tausender bei Adwords mehr ausgegeben und 3-7 % dieser monatlichen Ausgaben kommen auch der Agentur über die Rückvergütungen wieder zugute. Interessanter Interessenkonflikt übrigens: Die Agentur möchte insgeheim so viel wie möglich Adwords-Budget ausgeben, der Kunde möchte pro Conversion so wenig wie möglich bezahlen. Das passt irgendwie nicht zusammen. Das gilt übrigens nicht nur für Rückvergütungen von Google, sondern für alle Agenturprovisionsmodelle, die sich am Umsatz bei Adwords orientieren.
Ich persönlich sehe eine Agentur immer als "das neutrale Gewissen" und als ertragsorientierten Erfüllungsgehilfen ihres Kunden an. Monetäre Interessenkonflikte sollte es dabei nicht geben, nur so kann man objektiv und neutral seine Kunden beraten. Der jahrelange Aufbau von Spezialwissen und intime Kenntnisse von Google Adwords anhand von tausenden von Adwords-Kampagnen ist sein Geld wert. Dienstleistungen im Bereich der Adwords-Betreuung, Suchmaschinenmarketing und Verkaufsoptimierung von Websites schaffen bei Kunden hohe Werte und müssen so dem Dienstleister (also der Agentur) auch entsprechend vergütet werden. Gute Adwords-Agenturen - das sind die, die für ihren Kunden Mehrwert schaffen - werden keine Probleme damit haben, gute erfolgsorientierte Leistungen auch in Rechnungen umzuwandeln.
Ach so, kommen wir noch einmal zu der Frage: "Wieso kostet die bisher kostenlose Adwords-Betreuung denn nun plötzlich Geld?"
Google hat dieses so genannte Best-Practice-Funding-Programm (BPF) zum Januar 2009 auslaufen lassen. Für durch ihre Kunden erzielten Umsätze bei Google-Adwords erhalten Agenturen nun keine Rückvergütungen mehr direkt durch Google. Das hinterlässt bei einigen Agenturen nun eine schmerzhafte Liquiditätslücke, besonders bei den Agenturen, die in den letzten Jahren die Verwaltung und Betreuung von Adwordskonten ihren Kunden "umsonst" angeboten hatten. Da aber Suchmaschinenmarketing-Spezialisten leider (und für manchen Agenturkunden vollkommen überraschend) nicht umsonst arbeiten, ist es nun ab Januar 2009 erforderlich diese Betreuung der Adwords-Konten zu "normalen marktüblichen" Preisen zu berechnen.
Muss jeder selbst wissen, ob man sich dann dort noch gut aufgehoben fühlt ...
11.12.2008
Ein guter Marketingplan ist mit die wichtigste Grundlage für dauerhafte und erfolgreiche Neukundengewinnung. Leider ist das bei vielen Unternehmen und Freiberuflern noch nicht so ganz angekommen. Denn wenn wir in unseren Adwords-Seminaren auf das Thema Anzeigentexte kommen, ist mit der wichtigste Tipp natürlich "Beschreiben Sie Ihr Angebot so genau wie möglich, stellen Sie Ihre Alleinstellungsmerkmale heraus". Beim Thema Zielseiten der Anzeigen ist der wichtigste Tipp dann immer "Lösen Sie ein Problem Ihres potentiellen Kunden ... und nennen Sie potentiellen Kunden immer mindestens einen guten Grund, warum er zu Ihnen gehen soll und nicht zur Konkurrenz".
Ja ... und spätestens dann schauen wir in eine Menge erstaunte Gesichter 🙁
Leider ist es oft übliche Praxis - gerade im Bereich Existenzgründer - erstmal munter vor sich hin "zu arbeiten" ... schließlich müssen die Aufträge der zwei oder drei Kunden, wegen derer man überhaupt in die Selbstständigkeit gestartet ist, abgearbeitet werden ... die neuen Kunden werden mit der Zeit schon irgendwie kommen. Aber von alleine kommen neue Kunden nie, schon gar nicht, wenn der Herr Unternehmer noch nicht mal selbst einen guten Grund nennen kann, welches der Probleme seiner Kunden er überhaupt lösen kann. Auch eine Anzeigenschaltung über Google Adwords - so effizient das normalerweise im Vergleich zu langweiligen inhaltsleeren Imagebroschüren auch sein mag - macht so wenig Sinn. Das gesamte Werbebudget läuft dann häufig unter dem Motto "Geld zum Fenster rausschmeissen".
An Anfang aller Werbung sollte deshalb alle Marketing- und Werbungsaktivitäten erstmal überdacht und strukturiert werden. Erster Schritt ist deshalb ein kurzer (aber knackiger) Marketingplan, bevor planlos Geld in Werbung investiert wird. Hier mal die wichtigsten Punkte, die ein brauchbarer Marketingplan enthalten sollte. Für unsere Seminarteilnehmer dient er als Checkliste, ich habe noch zusätzliche Kommentare und einige Beispiele hinzugefügt, die "die Tonspur" bei den Seminaren zwar nicht ersetzen kann, aber schon recht hilfreich ist:
Ein Marketingplan ist wichtig, weil er uns Ziele vorgibt. Ohne Ziel ist jeder Weg der richtige! Deshalb den Marketingplan besser kurz halten, damit wir uns eindeutig auf wenige Ziele konzentrieren können. Auf diese Ziele aber dann dafür richtig!
- Weiterhin wissen alle Beteiligte (z. B. eigene Mitarbeiter, externe Dienstleister), welche Ziele wir erreichen wollen und wie wir diese Ziele erreichen wollen.
Vermuten wir noch oder wissen wir schon?
Ach so: Ein oder zwei Stunden "googlen" kann Wunder wirken und zu "vollkommen neuen" Erkenntnissen über Mitbewerber und/oder die Marktsituation führen. Hinterfragen Sie den Marketingplan laufend! Stimmen die bisherigen Annahmen oder die Werbemaßnahmen noch oder muss weiter optimiert werden?
Mit einem Marketingplan wird das Marketing nicht dem Zufall überlassen!
Ein bis zwei Seiten reichen vollkommen aus, um die wichtigsten Ziele und Aktionen festzuhalten. Wichtig ist, dass nicht nur eine einzelne Aktion durchgeführt wird, sondern eine Marketing-Kampagne mit mehreren miteinander verbundenen Aktivitäten.
Hier gehts im Marketingplan weiter mit "Welche Mission hat unser Unternehmen?"
10.12.2008
Im letzten Beitrag wurde geklärt, warum ein Marketingplan für die Neukundengewinnung einer Firma wichtig ist, und seine Erstellung und Umsetzung sehr ernst genommen werden muss. Der erste Schritt eines Marketingplans sind jetzt erstmal allgemeine Überlegungen: Welches Gesicht hat unser Unternehmen eigentlich?
Beschreiben Sie in einem Satz, welche Mission Ihr Unternehmen hat – also welche Daseinsberechtigung aus Sicht der Kunden am Markt besteht.
Beispiele:
Falsch, weil nur Phrasen:
"Wir verstehen uns als leistungsstarker Partner unserer Kunden"
Auch falsch, weil nur Aufzählung von Geschäftstätigkeiten:
"Wir bieten unseren Kunden Beratung in den Bereichen Marketing, Werbung und Gestaltung."
Was wollen Sie für Ihre Kunden erreichen?
Die Mission Ihres Unternehens ist langfristig gültig und entspringt einem Grundbedürfnis der Kunden:
Warum eine Mission?
Weil wir danach wissen, wohin die Reise geht. Wir treten mit echter Überzeugung auf und überzeugen so auch andere Menschen.
Vorsicht vor Phrasen / Vorsicht Aufzählung Geschäftstätigkeit / Geschäftszweck:
Viele gebräuchliche Begriffe sind nur Mittel zum Zweck. Der Zweck muss klar formuliert werden! Auf eindeutiges Ziel hinarbeiten: Verwenden Sie als Arbeitshilfe das Denkmodell Vorher / Nachher:
Vorher: Die Homepage ist alt, ein Friedhof und kostet nur Geld.
Nachher: Die Homepage bringt täglich neue Kunden und verdient Geld.
Probieren Sie die folgende Arbeitshilfe aus, um Ihre Mission leichter zu finden:
Ich unterstütze diese Zielgruppe von Unternehmen oder Menschen
__________________________________________________________
in ihrem Bestreben, dieses Problem zu überwinden oder dieses Ziel zu erreichen:
__________________________________________________________
Dafür biete/benötige ich (zurzeit) folgende Leistungen, Produkte, Problemlösungen:
__________________________________________________________
Eine Mission bringt Ihr vielfältiges Leistungsangebot auf einen gemeinsamen Nenner.
Checkliste Mission:
Ach so ... meine Mission ist:
Als Spezialist und Experte für Internet-Marketing, Suchmaschinen-Marketing & Software-Entwicklung unterstütze ich Unternehmen dabei, im Internet neue profitable Kunden zu gewinnen.
Hier gehts im Marketingplan weiter mit "Welches Ziel hat Ihr Unternehmen".
09.12.2008
Nach dem wir im letzten Beitrag geklärt haben, warum eine einprägsame Mission für Ihr Unternehmen wichtig ist und wie man diese Mission auf den Punkt bringt, interessiert uns jetzt, was denn überhaupt das genaue Ziel Ihrer geschäftlichen Aktivitäten ist:
Beschreiben Sie in einem Satz, welches Ziel Ihr Unternehmen innerhalb von einem Jahr erreichen will. Je genauer Sie das Ziel beschreiben, desto leichter kann man es sich vorstellen und umso deutlicher wird für Kunden und Mitarbeiter, welchen Zweck Ihr Unternehmen verfolgt:
Das Ziel / die Vision kann natürlich auch weiter reichen … 5 Jahre sind aber Maximum.
Beispiele: Nummer eins in unserem Marktsegment, internationale Ausdehnung …
Alle Marketing-Aktivitäten sind darauf ausgerichtet, den Zweck zu erreichen, der in diesem einen Satz genannt ist:
Bitte nehmen Sie sich nicht mehr als fünf Ziele gleichzeitig vor. Viele Leute blockieren sich schon von Anfang an, indem sie 30 Ziele gleichzeitig verfolgen. Die armen Kerle arbeiten rund um die Uhr – tun von allem ein bisschen – und stellen dann am Ende des Jahres frustriert fest, dass sie überhaupt keine nennenswerten Resultate oder gar Wachstum erzielt haben.
Weiter gehts im Marketingplan mit "Welche Zielgruppen sprechen Sie an".
08.12.2008
Im letzten Beitrag zum Marketingplan habe wir uns gefragt, was überhaupt das Ziel unserer Marketingaktivitäten sein soll. Ein sinnvolles Marketingziel festzulegen, ist ja noch vergleichsweise einfach, aber jetzt gehts ans Eingemachte:
Kein Mensch braucht eine Waschmaschine. Die Leute brauchen saubere Wäsche
Es können auch mehrere Zielgruppen sein, spezifizieren Sie diese so genau wie möglich. Weniger ist mehr: Konzentrieren Sie sich besser auf wenige Zielgruppen, erreichen diese dafür aber häufiger:
Beispiele:
Je genauer eine Zielgruppe definiert ist, je mehr wir über sie wissen … welche Zeitungen sie liest, welche Medien sie nutzt und welche Verhaltensweisen sie an den Tag legt, desto zielgerichteter (und somit kostengünstiger) können wir unser Marketing ausrichten.
Vorsicht Falle: Keine möglichst vielseitige Zielgruppe ansprechen, um möglichst keine Verkaufschance zu verpassen. Durch die so entstehenden schwammigen und vagen Aussagen wird keiner angesprochen. Eine eindeutig definierte Zielgruppe bewirkt Klarheit und Eindeutigkeit in unseren Aussagen.
Arbeitshilfe: Zielgruppen mit dem Wörtchen NUR definieren:
Meine Homepageangebot ist NUR für Ärzte.
Meine Dienstleistungen sind NUR für Mediziner.
Ansprache: ALS Arzt müssen Sie Ihren Patienten …
Erklären Sie für jede Zielgruppe in (möglichst) einem Satz, welche Bedürfnisse Ihre Kunden haben. Worin stimmen Sie überein (Branche, Alter, Region, Hobby, Einkommen, Berufe …):
Beispiel:
Wie bekomme ich das denn heraus? Was wollen die denn überhaupt? Wie machen Sie Marktforschung ohne riesigen Aufwand?
Gutes Marketing ist nicht die Kunst, das zu verkaufen, was Sie herstellen, sondern vielmehr zu wissen, was Sie herstellen müssen.
Wie machen Sie denn so Marktforschung?
- "Wie sind Sie auf mich gekommen?"
Fragen Sie Ihre Kunden auch, wie die sich noch besseren Service oder Produkte vorstellen können. Nehmen Sie die Frage und somit Ihren Kunden ernst. Wer als Kellner erst beim Bezahlen fragt, ob alles in Ordnung war, lässt diese Frage leider zur leeren Höflichkeitsfloskel verkommen. Fragt er dagegen kurz nach dem Servieren, zeigt er mir, dass er tatsächlich bereits ist, mir bei Problemen eine Lösung anzubieten. Kunden haben ein sehr feines Gespür für Phrasendrescherei. Bleiben Sie glaubwürdig, also passen Sie auf, dass Worte und Taten übereinstimmen. Sie müssen schon gewillt sein, Anregungen umzusetzen und Missstände abzustellen.
Achtung bei Fragebögen: Sehen immer nach vorgefertigter standardisierter Datensammlung aus. Keiner lässt sich gerne in ein Schema pressen. Bei GS waren gerade die Produktentwickler auf der CeBIT im direkten Kundenkontakt.
- Surfen Sie auf den Seiten Ihrer Konkurrenten.
Ich habe einmal einen Marketing-Workshop bei einem Softwarehaus in Dresden durchgeführt. Dabei stellte sich heraus, dass der gute Kollege seine Konkurrenten nur vom Hörensagen her kennt, er hat auch noch keine Software der Konkurrenten angesehen oder auf den Websites nachgeschaut, was sich dort so tut.
Auf jeden Fall anlegen: umfassenden Ordner mit Produktprospekten, Leistungsbeschreibungen und Preisen der Konkurrenten sowie Ausdrucken der wichtigsten Seiten deren Website.
Immer auf langfristige Grundbedürfnisse eingehen: Mehr Geld, mehr Sicherheit, Wachstum, kein Hunger, Fitness, hohes Alter, langes sorgenfreies Leben, mehr am Tag geschafft bekommen …
Typische menschliche Bedürfnisse sind …
Weitere langfristige Grundbedürfnisse:
Erklären Sie für jede Zielgruppe (möglichst) präzise, welche Bedürfnisse Ihres Kunden durch Ihr Produkt/ Dienstleistung befriedigt werden. Welches Problem Ihres Kunden lösen Sie? Sind diese "Vorteile" für Ihren Kunden denn überhaupt relevant? Braucht Ihr "Kunde" Sie wirklich?
Beispiel:
Noch mal zur Erinnerung:
Kein Mensch braucht eine Waschmaschine. Die Leute brauchen saubere Wäsche!
Manchmal ist etwas "sehr überraschend" nützlich:
"Warum kommen Sie denn in mein Friseurgeschäft?" "Weil Sie eine Kinderspielecke haben!".
Stellen Sie höchstens zwei unverwechselbare, glaubhafte und einzigartige Vorteile heraus, die Ihr Kunde braucht, weil Sie ihm einen Nutzen bringen und die Ihre Wettbewerber nicht besitzen. Beantworten Sie so in einem Satz die Frage, warum Ihr Geschäft einzigartig ist und Ihr Kunde bei Ihnen kaufen soll und nicht bei der Konkurrenz:
Beispiel:
Gandke & Schubert bietet Existenzgründern sowie kleinen und mittleren Unternehmen eine leistungsstarke und individuell anpassbare kaufmännische Software mit einem hervorragenden Preis-/Leistungsverhältnis.
Auf welchen Vorteil reagiert Ihre Zielgruppe am besten? Warum sollen die Kunden bei Ihnen kaufen und nicht bei der Konkurrenz?
In welcher Nische sind wir einzigartig und unverwechselbar? Wo sind wir ein großer Fisch im kleinen Teich? Diese Einzigartigkeit muss aus allen Marketing-Maßnahmen hervorgehen.
Beispiel:
G&S ist einer der Marktführer im Bereich der kaufmännischen Standardsoftware bis 1.000,- €. Durch nicht eingeschränkte Prüfversionen kann der vollständige Leistungsumfang genau dort getestet werden, wo sie auch später eingesetzt wird: In Ihrem Unternehmen.
Warum kommen die Kunden ausgerechnet zu Ihnen?
Kleine Nische aussuchen, die sich leicht verteidigen lässt. Großer Fisch im kleinen Teich.
GS war als Software-Haus die Nummer 123, aber im viel kleineren Shareware-Markt die Nummer 1.
Ihre Identität wird in einem Satz zusammengefasst. Was fällt dem Kunden ein, wenn er Ihren Firmennamen hört. Bleiben Sie realistisch und glaubwürdig:
Beispiel:
Gandke & Schubert steht mit seinen GS-Programmen / WISO-Programmen für leistungsfähige kaufmännische Standard-Software mit fairem Preis-Leistungsverhältnis. G&S hört den Anwendern zu und deren Wünsche werden schnell in die Software eingebaut.
Zwei Gesichter:
1. Firmengesicht (äußere Erscheinungsbild) aufbauen durch
- sinnvolle Namensgebung
- Entwicklung eines aussagekräftigen Logos
- einheitliche, für die Firma repräsentative Geschäftspapiere (von Visitenkarte bis Imagebroschüre)
2. Wofür will ich bei meinen Kunden bekannt sein?
- der Billigste
- der Kompetenteste
- der Erfahrenste
- der Exklusivste
- der Fairste
Immer nur eine Aussage, mehr lässt sich kaum in der Werbung unterbringen und mehr kann sich auch keiner merken.
Weiter gehts im Marketingplan mit "Welches Marketing-Budget und welche Marketing-Maßnahmen sind richtig"
07.12.2008
Nach dem im letzten Beitrag zu der (eigentlich) wichtigsten Frage gekommen sind, welche Zielgruppen unser Unternehmen überhaupt hat und welchen Nutzen wir dieser Zielgruppe bieten können, wollen wir jetzt überlegen, wie hoch ein sinnvolles Marketingbudget sein sollte:
Sinnvoll ist ein fester Prozentsatz vom Umsatz.
Beispiel:
? Wie hoch sind Ihre Werbeausgaben jetzt? Wie viel % vom Umsatz macht Ihr Werbebudget aus?
10 % vom angestrebten Zielumsatz (nicht dem bisherigen Umsatz!) zwingt zum Vorwärtsschauen in die Zukunft. Ist das Budget zu klein, richten Sie Ihr Marketing einfach an eine kleinere aussichtsreichere Zielgruppe!
Aus unzähligen möglichen Marketing-Werkzeugen wählen wir passende aus, die die Zielgruppen am besten erreichen. Im Laufe der Zeit werden nur noch die wirksamsten Maßnahmen eingesetzt, also die, die nach der 80/20-Regel bei geringem Aufwand den maximalen Nutzen bringen:
Nicht 30 Ziele gleichzeitig verfolgen, von allem ein bisschen machen und am Ende des Jahres keine nennenswerten Resultate erreicht haben.
(Wie gelangt die Botschaft zu Ihrer Zielgruppe?)
Medien erstmal nicht nach dem Preis auswählen, sondern nach dem Kriterium, wie es Ihre Zielgruppe erreicht.
Alles auf eine Karte kann manchmal sehr erfolgreich sein …
Beispiel TV-Spot Apple 2: Zur besten Sendezeit für Millionen … der Rest ist Geschichte.
Beispiel GS Anzeige "500.000 sind schon weg …" Die können sich nicht irren.
- Jedes Medium arbeitet noch besser, wenn es von anderen Medien unterstützt wird.
Entscheiden Sie sich für wenige Maßnahmen und ziehen Sie diese konsequent durch!
Ein gelegentliches Mailing an eine billig gekaufte Adressliste bringt kaum Anfragen. Aus Enttäuschung wird dann bis zur nächsten "Notlage" wieder nichts gemacht und so wurschtelt man mehr schlecht als recht so vor sich hin.
Regelmäßige Werbeerfolgskontrolle und Feedback der Maßnahmen
Streichen Sie unwirksame Maßnahmen und investieren Sie das so eingesparte Budget in die wirksameren Maßnahmen. Aber wie erkennt man unwirksame Maßnahmen?
Erheben Sie diese Kennzahlen laufend, also vor und nach den Maßnahmen, um die Auswirkungen wirklich objektiv messen zu können. Jetzt beginnen Feedback und Kontrolle des Marketing-Plans. Hinterfragen Sie Ihre Annahmen und finden sie die Ursachen für zu geringen Erfolg:
Weiter gehts im Marketingplan mit "Externe Dienstleister einschalten oder Marketing selber machen"
06.12.2008
Gerade kleinere Unternehmen können es sich selten leisten, für den Bereich Marketing und Werbng einen eigenen erfahrenen Mitarbeiter einzustellen. Marketing ist dort Chefsache. Das ist zwar eigentlich richtig, aber häufig bleibt dann neben dem Tagesgeschäft viel zu wenig Zeit, sich ausführlich mit der Neukundengewinnung zu beschäftigen. Abschließend zu unserer Marketingplan-Reihe geben wir hier aus eigener Erfahrung einige Anhaltspunkte, wann für das Marketing ein externer Dienstleister eingeschaltet werden sollte.
Wer von Ihnen hat Mitarbeiter, die sich mit "Marketing" beschäftigen?
Wer von Ihnen macht also Marketing selbst?
Sie haben jahrelang in einer Werbeagentur gearbeitet?
Sie haben ein abgeschlossenes Marketing-Studium mit einigen Jahren Berufserfahrung?
Sie sind ein erfahrener Produktmanager?
Sie schreiben einen Werbebrief in wenigen Minuten herunter und bringen dabei sämtliche Vorteile ein zwei Sätzen auf den Punkt?
… und vor allem:
Sie haben sonst nichts Wichtigeres zu tun?
>>> Gut. Dann machen Sie Ihre Werbung selbst!
Ansonsten brauchen Sie Dienstleister, die Ihnen zuhören, analysieren, Vorschläge machen, Alternativen zeigen und umsetzbare Lösungen entwickeln.
Fachliche Qualitäten erkennen Sie anhand der Referenzen. Weiterhin muss "die Chemie stimmen" … Sie müssen als in Anwesenheit des Dienstleisters ein gutes Gefühl haben. Auch der Preis muss stimmen. Bringen Sie die Angebote auf eine vergleichbare Basis.
Werbeagentur
Vorteile:
Mehrere Mitarbeiter mit unterschiedlichen Kompetenzen (Werbetexte, Grafikdesigner, Projektleiter, Webentwickler …), Markt- und Branchenkenntnissen. Mehr Kapazitäten und durch Personalstamm auch Vertretung. Aufträge können schnell abgewickelt werden.
Nachteile:
Bei Kapazitätsproblemen – wenn der Baum brennt – stehen kleine Auftraggeber immer an letzter Stelle. Große und wichtige (lukrative) Kunden haben Vorrang.
Achtung:
Aufträge kleinerer Auftraggeber werden häufig in großen Agenturen zur Bearbeitung an Anfänger übergeben, während sich in kleinen Agenturen die Top-Leute damit beschäftigen.
Grafiker / Mediengestalter
Schnelle Umsetzung Ihrer Ideen in Grafik.
Beherrscht diverse Software
Werbetexter
Sie sitzen stundenlang an passenden Formulierungen für einen Werbebrief?
Sie schaffen es nicht, die Vorteile Ihres Unternehmens in wenigen Worten zusammenzufassen?
Werbetexter bringen komplizierte Zusammenhänge mit einfachen und treffenden Worten auf den Punkt.
Angebot z. B. 340,- € für eine Brief + (Produkt)Infoseite + Antwortelement (z. B. Faxantwort) … bis Ihnen alles gefällt.
Briefing der Agentur
Vergleichbar dem Pflichtenheft in der Software-Erstellung. Erstellt der Auftraggeber und enthält alle Angaben die der externe Dienstleister braucht, um für Sie arbeiten zu können.
Abschließend nach einige Tipps und Tricks, wie Sie mit kontinuierlichem Marketing deutlich mehr Neukunden gewinnen.
05.12.2008
Warum ein Marketingplan für die zukünftige Neukundengewinnung so wichtig ist und wie ein brauchbarer Marketingplan aufgebaut ist, haben wir jetzt ausführlich erläutert. Hier noch einige Tipps und Anregungen zum Thema Marketing, Werbung und Neukundengewinnung …
Marketing ist Chefsache. Reservieren Sie täglich oder wenigstens ein- oder zweimal in der Woche eine feste Zeit für Werbung, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Optimalerweise gehen Marketing und Geschäftstätigkeit ineinander über.
Nicht immer alles ändern. Lieber weniger kreativ, aber dafür konsequent. Nicht "in Schönheit und Perfektion sterben".
Ein guter Plan, der heute umgesetzt wird, ist besser als ein perfekter Plan, der nächste Woche umgesetzt wird.
Machen Sie keine planlosen Einzelaktionen, die oft schon deshalb wirkungslos verpuffen, weil zurzeit kein Bedarf vorhanden ist. Entwickeln Sie verschiedene miteinander verbundene Aktivitäten, die sich so gegenseitig unterstützen und Ihre Botschaft über eine längere Zeit in den Markt transportieren.
Starten Sie keine Marketing-Aktion, ohne sie vorher getestet zu haben. Testen Sie erst im kleinen Umfang, bevor Sie viel Geld in die Hand nehmen.
Nehmen Sie sich nicht mehr als fünf Ziele gleichzeitig vor. Viele Leute blockieren sich schon von Anfang an, indem sie 30 Ziele gleichzeitig verfolgen. Die armen Kerle arbeiten dann rund um die Uhr – tun von allem ein bisschen – um dann am Ende des Jahres frustriert festzustellen, dass sie überhaupt keine nennenswerten Resultate erzielt haben.
Investieren Sie nicht in Marketing, das unterhaltsam, lustig oder komisch ist. Marketing soll für Sie Geld verdienen und nicht ein Lächeln in die Gesichter Ihrer potentiellen Kunden zaubern. Erst wenn der Kunde für sich selbst einen Vorteil / Nutzen sieht, wird er zum Kunden und kauft Ihr Produkt.
Versehen Sie jede Marketing-Maßnahme mit einer abschließenden Handlungsaufforderung. Sagen Sie, was getan werden soll. Wenn Sie das nicht sagen, tut auch keiner was!
Kopieren Sie nicht die Konkurrenz, sondern schaffen Sie für Ihr Unternehmen ein eindeutiges unverwechselbares Gesicht.
Dann funktioniert Ihr Geschäft und es ist egal, ob Ihre Werbung gut oder schlecht gestaltet ist.
Es kostet nur ein fünftel, Ihren bisherigen Kunden etwas zu verkaufen als Neukunden zu gewinnen. Vorsicht: Aber bitte gehen Sie Ihren Stammkunden nicht – weil es so schön einfach ist - mehrfach im Jahr auf die Nerven, bis keiner mehr etwas mit Ihnen zu tun haben möchte.
Überprüfen Sie, wo Ihre Werbung funktioniert und wo nicht. Beenden Sie unwirksame Maßnahmen und investieren Sie das so eingesparte Geld in die wirksamen Werkzeuge.
04.12.2008
Eine grundlegende Adwords Optimierung würde den meisten Adwords-Konten gut tun: So erfreulich einfach wie es ist, ein Adwords-Konto einzurichten und erste Keywords und Anzeigen einzutragen ... so schwer ist es, das Google Konto dauerhaft profitabel zu machen.
Das beginnt schon mit dem mittlerweile immensen Leistungsumfang, den man "mal eben so" anhand der Adwords-Hilfe oder durch Stöbern im (sehr empfehlenswerten) Adwords-Learning-Center als Neuling kaum überblickt. Weiter geht's mit vielen Einstellungen - die zwar erläutert sind - aber deren Auswirkungen man selten überblicken oder einschätzen kann. Alleine schon der Schalter "Content-Werbenetzwerk" in den Kampagneneinstellungen kann über Erfolg oder Misserfolg Ihrer Adwords-Kampagne entscheiden. Und was ist eigentlich Conversion-Tracking? Hört sich zu kompliziert ... lassen wir erstmal weg.
Dann was interessieren Sie letztendlich Klicks, Klickrate und Anzahl der Besucher: Nur ein neuer Kunde zählt. Durch das Conversion-Tracking sehen Sie schnell, welche Suchbegriffe und Anzeigen neue Kunden bringen oder welche nur Streuverluste haben und unnötig Geld kosten! Tipps, wie man gute Keywords findet und optimiert sind die eine Seite ... als Adwords-Benutzer müssen Sie laufend am Ball bleiben. Täglich kommen neue Mitbewerber dazu, die ebenfalls "auf Ihre Keywords" bieten und häufig auch die Klickpreise hochtreiben. Auf der ersten Seite von Google ist maximal Platz für 11 Anzeigen. Aber bestimmt haben Sie deutlich mehr Mitbewerber ... und ab der zweiten Seite ist man bei Google quasi unsichtbar.
Also: Nie einfach nur so in ein Adwords-Konto ein paar Suchbegriffe und Anzeigen reinstellen.
Vielleicht stellt sich ein gewisser Erfolg tatsächlich ein ... denn immerhin sind Sie ja jetzt plötzlich in Google sichtbar geworden (und waren vorher irgendwo auf Platz 1350). Aber profitabel ist das nicht. Bei einer guten Adwords-Optimierung geht es ja nicht nur um das (bißchen) Geld, das Sie sparen können, weil die Klickpreise nachher 25 % niedriger sind. Das ist sicherlich schon nicht schlecht. Ein optimal aufgestelltes Adwords-Konto aber sorgt vielmehr für deutlich mehr neue Kunden und mehr Umsatz.
Hier in der Google Adwords-Hilfe gibt es eine schöne Zusammenfassung von Optimierungstipps rund um Adwords und die wichtigsten Ansätze für ein erfolgreiches profitables Werben mit den Adwords-Anzeigen. Setzen Sie sich in einer freien Stunde nach Lesen dieser Seiten an Ihr Konto und überlegen, was an Ihrem Adwords-Konto noch optimiert werden könnte.
Versprochen: Es wird sich auszahlen!
Keine Zeit für Experimente? Wenn Sie möchten, schauen wir uns Ihr Adwords-Konto einmal unverbindlich an und analysieren es auf mögliche Schwachstellen und machen Ihnen Optimierungsvorschläge:
02.12.2008
Jetzt bietet Google Adwords endlich auch ein Monatsbudget anstatt des bisherigen Tagessbudgets an. Das Tagesbudget (das ist der Betrag, den man bereit ist, maximal pro Tag auszugeben) hat den Nachteil, das die Anzeigenschaltung stoppt, wenn das Budget erreicht wird. Das kann vielleicht schon Mittags der Fall sein. Zwar "darf" Google täglich bis zu 20 % "überliefern" ... also z. B. bei eingestellten 10,- € Tagesbudget dann 12,- € ausgeben ... aber im Monat wird nie das 31-fache des Tagesbudget (also z. B. 310,- €) überschritten.
Das bedeutete aber auch, dass an Tagen mit wenig Suchanfragen vielleicht nur 4,- € ausgegeben werden. Zwar werden dann am Ende des Monats die "überlieferten" 2,- € davon wieder abgezogen .. aber es bleibt immer eine Differenz (in unserem Bespiel 4,- €), die an nachfragestarken Tagen nicht mehr benutzt werden darf ... weil ja nicht mehr als 20 % am Tag überliefert werden dürfen ... 🙁
Genau diese Problem haben etliche unserer Adwords Kunden und wir hatten etliche Telefonate nach dem Motto "... aber das Budget wird doch an manchen Tagen noch nicht mal ganz ausgegeben ... ". Abhilfe war nur, entweder Googles Budgetvorschlag zu folgen (sofern es das Werbebudget und sprudelnde Conversions hergaben) oder aber die Klickpreise weiter zu reduzieren, damit wenigstens über den Tag verteilt die Anzeigen dauerhafter erschienen.
Das Adwords Monatsbudget umgeht dieses Problem (zum Teil), indem Sie den Betrag festlegen, der im Monat mit Adwords maximal ausgegeben werden soll. Das Tagesbudget wird dann von Google anhand der Suchanfragen dynamisch (also ohne die Fessel der 20 % Überlieferung) festgelegt. So ist sichergestellt, dass Ihre Anzeigen auch in Stoßzeiten länger erscheinen und trotzdem das eingestellte Monatsbudget nicht überschritten wird. Bei der Budgeteinstellung "Monatsbudget" wird zwar auch ein Tagesbudget eingetragen, aber von Google auf das gewünschte Monatsbudget hochgerechnet.
Unser Tipp: Einfach mal ausprobieren und schauen, ob mehr Impressionen dabei herauskommen. Bei einigen Testkonten hat das schon ganz brauchbar geklappt.
Trotzdem ist unsere generelle Empfehlung, das Tagesbudget besser deutlich oberhalb der Google-Empfehlung einzustellen, damit jede Suchanfrage auch mit Ihren Anzeigen bedient wird. Dafür dann aber lieber wie hier beschrieben unbrauchbare "Budgetfresser-Keywords" schnell löschen ...
13.11.2008
Klickbetrug (englisch auch Click-Fraud) ist seit Jahren ein immer wiederkehrendes Thema im Internet. Mit dem Begriff werden allgemein betrügerische Klicks bezeichnet, die die Vergütung von Werbemittel-Einblendungen künstlich verändern. Die Klickbetrüger wollen sich selbst bereichern und oder Konkurrenten gezielt schädigen. Die fingierten Klicks werden entweder manuell oder durch spezielle Software ausgelöst. Besonders beim Keyword Advertising (z. B. Google Adwords, Yahoo-Search-Marketing) kommt es zur Manipulation der Klicks.
Die bezahlten Textanzeigen in der Suche, die über Google Adwords nach Eingabe bestimmter Suchbegriffe zusammen mit den Suchtreffern angezeigt werden, sind dabei nicht das einzige (offensichtliche) Ziel, sondern besonders die Anzeigenschaltung in Googles Content-Netzwerk. Klickbetrüger nutzen gezielt diese Anzeigen im Suchnetzwerk, um durch fingierte Klicks Mitbewerber zu schädigen.
Der Anzeigenkunde zahlt bei erfolgreichem Betrug nicht nur für Klicks, die von der tatsächlichen Zielgruppe ausgelöst wurden, sondern wird auch um einen erheblichen Teil seines Tagesbudgets gebracht. Durch das Tagesbudget legt der Anzeigenkunde fest, wie hoch die maximalen täglichen Ausgaben für die Anzeigenschaltung - und somit für die Klicks - sind. Ist das Budget verbraucht, erscheinen die Anzeigen bis zum folgenden Tag nicht mehr. Der Klickbetrüger klickt also - in der Theorie - "einfach" so oft auf die entsprechende Anzeige, bis deren Tagesbudget erschöpft ist und sie nicht mehr angezeigt wird.
Auch im Contentnetzwerk - also allen Websites, die am Google Adsense Programm teilnehmen -, platziert Google Werbeanzeigen zusätzlich auf Webseiten von Werbepartnern, deren Inhalte zur Werbeanzeige passen. Die Webseitenbetreiber erhalten für die Schaltung der Google Werbeanzeigen eine Provision - hier ist also ebenfalls genug Potential und Anreiz, sich durch Klickbetrug höhere Einnahmen für die eigene Website zu verschaffen. Klickbetrüger organisieren sich mittlerweile sogar in umfangreichen Netzwerken, um die Einnahmen durch fingierte Klicks auf bestimmt Themen künstlich in die Höhe zu treiben. Der Webseitenbetreiber erhält bei Erfolg deutliche Mehreinnahmen für die Anzeigenschaltung auf seinen Sites.
Natürlich ist es nicht im Interesse von Google, solche Betrugsmethoden zu ignorieren, denn es ist schlecht für das eigene Geschäft. Um Kunden die Angst vor ungültigen Klicks zu nehmen, werden zahlreiche Schutzmechanismen bei Google genutzt, um ungültige Klicks zu erkennen und die dadurch entstandenen Kosten möglichst unmittelbar wieder dem Tagesbudget zuzufügen. Die gute Nachricht heißt also: Wenn sich Ihr Wettbewerber wirklich hinsetzt, um Ihre Anzeigen durch ständige Klicks verschwinden zu lassen, dann wird er damit keinen Erfolg haben. Bei der Erkennung ungültiger Klicks helfen viele Informationen wie Cookies, die IP, der eingesetzte Browser, die Frequenz, in der Klicks erfolgen und so weiter. Es ist also nicht ganz so einfach, manipulierte Klicks "natürlich" wirken zu lassen und die Muster- und Angreifererkennung in den modernen Werbesystemen werden ständig besser.
Schließlich ist nicht nur das Werbeprogramm von Google durch diese Gefahr bedroht, sondern generell alle CPC-basierende Systeme. Und so sind die meisten Fälle von Klickbetrug entweder unmittelbar oder nachträglich (durch automatisierte Auswertung längerer Zeiträume) aufzudecken, so dass Betreiber von Onlinewerbeprogrammen in der Lage sind, die angefallenen Kosten zu vergüten.
Wenn Sie z. B. einen Kontobericht im Adwords-Konto erstellen, haben Sie die Möglichkeit, zwei weitere Spalten hinzuzufügen: Rate ungültiger Klicks und Ungültige Klicks:

In zukünftigen Kontoberichten werden die (erkannten) ungültigen Klicks dann separat ausgewiesen:

Und Klickbetrug ist nicht immer wirklich "echter Klickbetrug", da es ja durchaus im Google-Adwords-Konto viele Möglichkeiten gibt, sehr unqualifizierte Besucher anzulocken ...
Inzwischen nimmt der Klickbetrug jedoch neue Formen an wie zum Beispiel das so genannte Clickjacking. Auf das Problem aufmerksam gemacht haben die Sicherheitsforscher Robert Hansen (CEO bei SecTheory) und Jeremiah Grossman (Chief Technology Officer (CTO) bei WhiteHat Security), die bei einer Reihe von Browsern, Webseiten und gängigen Plug-ins kritische Sicherheitslücken entdeckten. Das Problem, welches sicher nicht nur in der Theorie existiert, ist so brisant, dass man einen bereits angekündigten Vortrag darüber (werbewirksam) abgesagt und sich zunächst Zeit ausgebeten hatte, bis Hersteller Nachbesserungen und Patches bereitstellen können.
Aber auch nach der verzögerten Veröffentlichung der Methode sind nach wie vor fast alle Browser und viele Webseiten anfällig für Clickjacking Attacken. Beim Clickjacking handelt es sich um den gezielten Missbrauch von Klickentscheidungen möglichst vieler unterschiedlicher Besucher, die ein "natürliches" Klickprofil bieten und damit das Hauptproblem aller Klickbetrüger lösen, denn Klicks kommen hierbei von vielen unterschiedlichen Systemen, aus verschiedensten Browsern und zahlreichen "eindeutigen Benutzern". Ein "entführter" Klick kann dabei aber nicht nur für fingierte Anzeigenaufrufe verwendet werden, sondern noch weitaus verhängnisvollere Auswirkungen (für denjenigen, der den Klick ausführt) haben.
Beim Clickjacking wird ein verstecktes bzw. transparentes Element mit einer "eingefangenen" Website über den sichtbaren Inhalt der "anlockenden" Webseite gelegt. Der Besucher einer solchen Webseite meint so z. B. ein Spiel zu spielen, einen Downloadlink anzuklicken oder ein Bedienfeld für einen Videoplayer o. Ä. zu bedienen. Der Klick wird auch ausgewertet und alles funktioniert so, wie der Besucher es erwartet - durch die unsichtbare, in Frames eingefangene und passend positionierte zusätzliche Site können aber beliebige andere Aktionen "parallel" dazu durch den Klick ausgelöst werden. So kann entweder ein Anzeigenblock aus einer Website des Angreifers unsichtbar mit Klicks versorgt werden... oder wie im Beispiel die browsergesteuerte Administrationsoberfläche des Flash-Players, so dass nach ein paar Klicks unwissentlich die Kamera und das Mikrofon des angegriffenen Rechners aktiviert werden.
Während die Sicherheitslücke aus der ursprünglichen Präsentation der Methode im FlashPlayer inzwischen behoben ist, können weder das Einfangen in iFrames noch Transparanz bei der Darstellung, welche Bestandteile dieser Betrugsmethode sind, einfach so "verboten" oder von allen Browsern ignoriert werden. Klickbetrüger erzielen daher auf diese Weise auch heute noch theoretisch beliebig steuerbare Mausklicks oder Eingaben, die dem Nutzer gar nicht bewusst sind. Neben Betrug durch fingierte Anzeigenklicks ist auch der unbemerkte Download von Schadsoftware denkbar, um zum Beispiel Firewalls zu unterwandern oder den Rechner und angeschlossene Geräte wie im oben genannten Beispiel zu manipulieren, ohne dass der Besitzer des Rechners es bemerkt.
Namenhafte Anbieter wie Mozilla arbeiten nach wie vor mit Hochdruck an der Schließung der Sicherheitslücken. Schon heute bietet die Firefox Erweiterung "NoScript" ab der Version 1.8.2.1 eine so genannte "ClearClick" Funktion, bei der verborgene oder transparente Elemente sichtbar gemacht werden, um Clickjacking - Versuche auf besuchten Websites aufzudecken.
Als AdWords-Benutzer können Sie dennoch relativ sicher sein, das kein Clickjacking durch einen Wettbewerber eingesetzt wird, um Ihr Tagesbudget zu torpedieren, denn die Hürden sind deutlich höher als bei ein paar Klicks in den Suchergebnissen bei Google. Im Content-Netzwerk sieht das schon etwas anders aus, denn hier ist je nach Thema und Keyword die Chance vorhanden, dass Ihre Anzeigen auf einer Seite erscheinen, die durch Clickjacking durch einen kriminellen Betreiber manipuliert werden. Aber auch hier muss der Betreiber ein unauffälliges und für andere Besucher attraktives Angebot haben, mit dessen Hilfe er die Klicks "einfangen" kann - Klickjacking hat also auch seine Grenzen und besitzt seine Tücken. Zwar sollten Sie bei selbst betreuten AdWords-Kampagnen im Content-Werbenetzwerk regelmäßig einen Bericht über die Schaltung auf unterschiedlichen Domains anfertigen und nach Auffälligkeiten suchen... das machen Sie aber zur Eliminierung von Sites, die nur Klicks und keine Conversions bringen, ja bestimmt ohnehin schon immer 😉