Auf der Rennstrecke mit dem Pistenclub im BMW M3 wieder Spaß am Autofahren
Ich liebe Autofahren. Spaß und
automobile Freiheit erlebt man auf unseren Strassen leider
nur noch selten. Umgeben von Bäumen, Sonntagsfahrern und
Kurvenbremsern ist dem Autofahrer der Frust näher als
die Lust. Also ab auf die Rennstrecke.
Nach einigen "Irrläufen" mit fast zwei Tonnen schwerem
automobilen Schwachsinn und diversen Verschleißorgien wurde
mir klar, dass man auch heutzutage noch mit einem Automobil
richtig Spaß haben kann:
Auf dem Nürburgring überholte mich
grinsend und außen ein kleines lautes Etwas, währenddessen
mir in meinem flachgelegten leistungsstarken
Allrad-Dinosaurier gerade eine eindrucksvolle Lektion in
Sachen Fliehkraft erteilt wurde.
Mythos Lotus Super Seven
Vier
Räder, zwei Sitze und ein Motor: Leicht und sportlich muss
das Auto sein. Der erste Serien-Seven S1 wurde im Oktober
1957 vom Lotus-Chef Colin Chapman vorgestellt. Mit 40 PS und
einem Gewicht von etwas über 400 KG war dieses leichtfüßige
offene Auto - designed an einem Wochenende - der Urvater
einer jetzt schon fast 50 Jahre andauernden Erfolgsstory.
In den 70´er Jahren führte Caterham die Tradition weiter,
seit den 90´ern beschäftigen sich gleich mehrere Hersteller
wie Rush, Westfield, VM, Irmscher, Donkervoort und HKT mit dem Bau des
Super-Seven. Ende offen ...
Der ultimative Super Seven: HKT Seven GTS
HKT
(Höckmayr Kfz-Technik GmbH) in Gerolsbach wurde 1983
gegründet und baut seit 1990 herausragende Seven-Fahrzeuge.
Jahrelange Erfahrung mit Rennfahrzeugen und auf
Rennstrecken ergeben ein perfektes Fahrwerk, eine
bildschöne Erscheinung, sehr standfeste Bremsen und den
leistungsstarken Audi 1,8l Turbo-Motor.
680 kg und 255 PS ergeben ein Leistungsgewicht von
2,67 kg/PS: 4,1 Sekunden auf 100 km/h, 14 Sekunden auf 200
km/h.
Wenig Auto, Fahrspaß pur, fantastisches Handling. Automobile
Konzentration auf das Wesentliche! Spaßfaktor 100. ABS, ESP,
ASC, Servolenkung, Komfort: Fehlanzeige. Lass den Elch doch
kommen!
Professionelles Fahrtraining auf dem Nürburgring
"Gas ... Gas ... GAASSS!"
Jetzt wäre ein guter Moment, um sich literweise Schweiß von der
Stirn zu wischen. Die letzte Kurve haben wir im HKT Seven GTS
quer genommen, Tempo etwa 130 km/h. War wohl doch etwas schnell?
Weiter mit Vollgas den Berg runter, voll bremsen, rechts einlenken
und schon wieder … "GAAASSS" ...
Wollen
Sie mal "richtig" Autofahren lernen? Dann lesen Sie hier, wie man
Kurven gerade macht ...
Faszination Rennstrecke und Drifttraining im BMW M3
Es
gibt tatsächlich noch ein Leben zwischen Sonntagsfahrern und der
Formel 1.
Sportlich (abge)fahren auf Rennstrecken:
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Der Pistenclub - Drifttraining & Sportfahrer-Training
Der Pistenclub e.V. hat sich ganz dem sportlichen Fahren
verschrieben. Trainiert und erlebt wird auf verschiedenen
Rennstrecken (z. B. Nürburgring Grand-Prix-Kurs, Spa-
Franchorchamps, Hockenheim usw.).
Neben dem Sportfahrertraining auf der Rennstrecke
wird mehrmals im Jahr auf dem ehemaligen Flughafen Bitburg
oder zweimal jährlich im Michelin-Driving-Center Groß-Dölln
ein
Drifttraining - Fahrtraining - Fahrertraining - freies
Fahren auf Rennstrecken angeboten. Hier wird der
sichere Umgang mit dem eigenen Fahrzeug auf rutschigen,
bewässerten und abgesperrten Flächen unter kundiger
Anleitung geübt. Im Laufe des Tages "erfährt" man fast
spielerisch den Grenzbereich des Wagens und jeder der
auch nur tropfenweise Benzin im Blut hat, findet danach
alles was einfach nur geradeaus geht, total langweilig.
Die Fahrten auf der mit Hütchen abgesteckten "Rundstrecke"
(Startbahn und Landebahn) haben es ebenso in sich, da die
Fahrbahnbeläge laufend wechseln, die Kurven teilweise
sehr eng abgesteckt sind und es zudem häufig genug in der
Eifel regnet. Aber egal was passiert, an jeder Seite ist
viel Platz und im schlimmsten Fall wird halt mal eine eng
abgesteckte Kurve begradigt.
Fazit: Hervorragende Trainingsmöglichkeit, wenn man den
Grenzbereich seines Autos sucht. Empfehlenswert für
absolut jeden Autofahrer, erst recht für die Papiertiger,
die auf der Autobahngeraden im fetten
Drehmomentturbodieselmonster Gas geben und dann aber in
Kurven vom Gas gehen. Beim Pistenclub ist noch keiner ohne neue wertvolle
Erfahrungen nach Hause gefahren.
AUDI RS4: Dick,
stark, schwer & durstig.
Fährt in Kurven geradeaus:
440 PS, Allrad, 1.750 kg, Klima, Leder, Navigation
...
Enttäuschend auf Rennstrecken!
Schnell auf der Geraden, langsam in engeren Kurven. Nach
zwei forschen Runden auf der Nordschleife ist die
Bremswirkung gleich Null, vorne sind neue Reifen und neue
Bremsscheiben fällig ... und dabei war schon eine fette und
sündhaft teure Porsche-GT3-Bremsanlage verbaut. Meine
Erkenntnis: Heißt RS vielleicht nicht "Rennsport" sondern
"Richtig sch...."?
Renault
Megane Cup: Leicht,
klapprig, spaßig, ungewohnt.
Fährt in Kurven manchmal
rückwärts:
185 PS, Frontantrieb, 900 kg,
sequentielles Getriebe, Rennwagen, Käfig.
Kleine giftige Sau!
Nicht so schnell auf der Geraden, schnell in den Kurven,
aber manchmal noch schneller wieder raus aus der Kurve.
HKT
Seven GTS: Leicht,
spaßig, sauschnell. Fliegt durch die Kurven:
255 PS, 680kg, Heckantrieb, 0-100 in 4,1s.
Faszination pur!
Schnell auf der Geraden und fast noch schneller in Kurven.
Da kommt höchstens noch ein Motorrad mit, aber das steht ja
mehr in der Garage,
als dass man zum Fahren kommt...
BMW M3 E36: Die goldene wasserdichte Mitte
...
321 PS, 1.500 kg, Heckantrieb, 0-100 in
5,2s.
Schnell auf der Geraden und in Kurven, alltagstauglich, mit
festem Dach, Knautschzone und Sitzheizung. Kein DSC, ESP und
ähnlicher Kinderkram! Verlängert die Saison von Februar bis
November. Im Serienzustand unbrauchbar, nach Umbau richtig
gut ... Ideal zum Driften. Ideal für Spaß auf der
Rennstrecke.
MoveIt-Porsche-Bremsanlage vorne ... damit der BMW M3 E36 mehrmals
hintereinander bremst.
KW Gewindefahrwerk Variante 3 mit Nordschleifenabstimmung
... damit der BMW M3 E36 nicht so heftig untersteuert.
Kurze Hinterachse (kürzere Übersetzung) ... damit der 6.
Gang kein Schongang bleibt.
BMW M3 E46 Competition: Gereift, ungetunt und deshalb stressfrei richtig gut ...
343 PS, 1.550 kg,
Interlagos Blau, Heckantrieb, 0-100 in
5,2s.
Nach fünf Jahren Reifezeit ist der BMW M3 E46 auf seine alten Tage
mittlerweile richtig gut und zuverlässig geworden.
Schnell auf der Geraden und in Kurven. Im Serienzustand mit
SMG und Competition-Paket (18"-Bremse, Trackmode und direktere
Lenkung) schon richtig gut und ideal zum Driften, dank abschaltbarem
DSC (Drift Space Controll).
Absoluter
Serienzustand, genau wie aus dem BMW-Autoprospekt.
Lieber auf das letzte bisschen "Dynamik" verzichten und dafür NIE
mehr wie ein Idiot zwischen Werkstatt, Hersteller und Tuner stehen
und sich unzählige Ausreden und Ausflüchte aus dem großen
Ausredenordner anhören müssen. "Das ist doch wohl klar, dass der
Motor nicht funktioniert, damit gehen Sie mal schön wieder zu Ihrem
Tuner ..." vs. "Die Schrauberidioten in der Hinterhofwerkstatt sind
noch zu dämlich, einen kleinen Gummischlauch richtig am Motor
festzumachen ..." usw.
Zitat BMW M3 Prospekt zum M3 E46 Competition: "Sie müssen
keinen Rennoverall tragen. Aber verstehen würden wir's."
Na prima ... dann hebe ich mir den
Prospekt auf und halte ihn dem Werkstattmeister unter die Nase, wenn ich
wieder höre: "Den haben Sie aber ganz schön rangenommen ...".
Ja klar ... das sollte ich doch auch ...
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